Das Damoklesschwert des Spielers: Die Spielsucht

Spielen ist Zeitvertreib und für viele Menschen entspannend. Spielen kann aber auch Nervenkitzel sein. Besonders, wenn es um Glücksspiele geht, wenn der Zufall entscheidet und große Geldgewinne winken. Vor dem 20. Jahrhundert wurden den Spielsüchtigen Automaten in Gaststätten zum Spielen angeboten und Gewinne wurden als Sach- oder Warenpreise ausbezahlt – in Form von Bier oder Zigaretten. Die Spielautomaten wurden noch beliebter und die Spielgeräte zahlten später dann Münzen aus. In den 50er Jahren war das „Flippern“ modern und seit den 80er Jahren sind die Glücksspielautomaten aus den klassischen Spielbanken und Spielotheken nicht mehr wegzudenken.

Das Internet hat die Situation nicht verbessert

Mittlerweile gibt es im World Wide Web hunderttausende von Möglichkeiten, um zu spielen und sich die Zeit zu vertreiben. Branchenkenner schätzen, dass zehntausende Online Casinos weltweit derzeit ein jährliches kontinuierliches Wachstum von über20 Prozent haben und mittlerweile Umsätze in Milliardenhöhe verbuchen können.

Wer nach einem Online Casino Portal mit klassischen Casino-Spielen und Spielautomaten (Slots) sucht, der wird schnell fündig werden. Es gibt unzählige Informationsseiten in diesem Bereich und man kann sich bestens über alle Möglichkeiten des Spielens erkundigen. Hat man ein geeignet erscheinendes Online Casino gefunden, meldet man sich an und startet ein Spiel beispielsweise an einem Slot – einem Spielautomaten. Wer nicht mit Spielgeld, sondern mit echtem Geld spielen und echtes Geld gewinnen möchte, der kann sich im Online Casino anmelden und ein Spielerkonto eröffnen. Neue Spieler werden mit den verschiedensten Willkommens-Paketen in Form eines Bonus begrüßt und erhalten so, wenn sie eine erste Einzahlung tätigen, noch mal einen Betrag vom Online Casino dazu geschenkt.


Online Casinos – Glücksspiel ist ein Monopol

Zwar sind die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gesetzlich verpflichtet, Waren und Dienstleistungen aus den Mitgliedsstaaten zu akzeptieren. Aber in der Praxis unterliegen Online-Glücksspiele in den Casinos ausschließlich der Gerichtsbarkeit der einzelnen Mitgliedstaaten.

Das wurde vom Europäischen Gerichtshof so entschieden. Damit kann jeder einzelne Staat selbst bestimmen, ob in seinem Land Online-Glücksspiele legal sind oder nicht. Damit kann es auch zu keiner einheitlichen Regelung, aber zu Unterschiedlichkeiten in den einzelnen EU-Staaten kommen. In Deutschland sind diese Gesetze seit Jahren schon sehr kompliziert und äußerst schwierig zu verstehen.

Der Staat hat sich dafür entschieden, die Dinge anders anzugehen. In Deutschland gibt es – laut deutschem Glückspielstaatsvertrag – offiziell kein legales Online Glückspiel. Begründung: Das Entstehen von Spiel- und Wettsucht muss verhindert werden und zu den Voraussetzungen dazu gehört das grundsätzliche Verbot von Online Glücksspielen. Einzige Ausnahme: Staatliche Lotterien. Studien belegen im Übrigen eindeutig, dass die Wahrung des Glücksspielstaatsvertrags und des Glücksspielmonopols überhaupt nichts mit einer Bekämpfung der Spielsucht zu tun hat. Ergo geht es einzig und allein um die Wahrung des Monopols für die staatlichen Lotterieanbieter.

Die EU-Kommission sieht in dem Verhalten der Deutschen einen Verstoß gegen die Wettbewerbsfreiheit. Sie überlegt rechtliche Schritte einzuleiten. Denn mittlerweile liegen umfangreiche Beschwerden von Anbietern privater Glücksspiele vor, die ihr Angebot auch in Deutschland auf den Markt bringen wollen. Aber der deutsche Glücksspielstaatsvertrag gibt ihnen dazu keine Gelegenheit. Ziel der EU-Kommissions- Bemühungen ist dabei offenbar eine für die EU-Mitgliedsstaaten einheitliche gesetzliche Regelung, die dringend notwendig wäre.

Aber trotzdem auch die EU-Kommission in Brüssel das deutsche Glücksspielmonopol schon langem nicht mehr als konform mit geltendem EU-Recht hält, kam am 12. Juni 2014 der Europäische Gerichtshof zu der Auffassung: Nach dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag ist das Glücksspiel im Internet grundsätzlich verboten – Ausnahme sind lediglich Lotterien und Sportwetten.

Das Ergebnis: Die Anbieter von Online Casinos wandern immer weiter verstärkt ins Ausland ab und verwirklichen dort alles, wofür Kunden zahlen. Auch und erst recht, was deutsche Gesetze ihren Bürgern verbieten. Das Bundesverfassungsgericht hat das Monopol erlaubt, weil es vor Spielsucht schützen soll. Tatsächlich ist der „Schutz“ kontraproduktiv. Millionenfach wird unerlaubt gezockt mit Echtgeldeinsatz – und das völlig unreguliert.“


Wie erkenne ich ein seriöses Online Casino?

Unseriöse Online Casinos sind inzwischen ein wesentlich kleineres Problem als noch vor einigen Jahren. Dennoch tummeln sich vereinzelt immer noch schwarze Schafe unter den Anbietern, die unbedarfte Nutzer über den Tisch ziehen und einen erheblichen finanziellen Schaden verursachen können. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Interessenten vor der Anmeldung die folgenden Punkte überprüfen:

1. Lizenz

Für Spieler aus Deutschland ist es wichtig, dass das Online Casino wie Stargames über eine europäische Lizenz verfügt. Zwar sind sie auch dann nicht zu 100 Prozent im legalen Bereich, allerdings gilt nach wie vor die Regel, dass sich das Glücksspiel bei Online Casinos, die in der EU lizensiert wurden, in einer rechtlichen Grauzone befindet. Allerdings können Spieler auch hier nicht auf Beistand von Polizei oder Justiz hoffen. Die EU-Mitglieder, die Online Casinos lizensieren, gelten allerdings als strikter bei der Umsetzung als der Rest der Welt.

casino

Die Lizenz findet sich in der Regel schon auf der Startseite ganz unten. Dort ist auch die Nummer angegeben, unter der das Casino bei der entsprechenden Behörde geführt wird. Um sicherzugehen, sollten Interessenten die Daten mit der Webseite der Aufsichtsbehörde abgleichen. Nur wenn das Casino dort in der Liste aufgeführt ist, besitzt es tatsächlich eine Lizenz.

2. Partner

Seriöse Online Casinos arbeiten mit etablierten Software-Herstellern wie Microgaming, PlayTech, NetEnt, Cryptologic, Greentube, Sherriff Gaming oder Boss Media zusammen, die ihre Software ebenfalls kontrollieren lassen. Hat sich ein Spieleentwickler zur Zusammenarbeit bereit erklärt, ist es wahrscheinlich, dass der Nutzer vor Betrug geschützt ist.

3. Bonusangebote

Neukundenboni sind die gängigste Werbestrategie, um Neukunden anzulocken und ausgezahlt werden können sie auch bei seriösen Online Casinos nur in Ausnahmefällen. Interessenten sollten jedoch die Umsatzbedingungen überprüfen, um festzustellen, ob sie sich wenigstens im Branchendurchschnitt befinden. Erfordern die Umsatzbedingungen einen dreistelligen Umsatz, lässt sich das Echtgeld nach Inanspruchnahme des Bonus nicht mehr auszahlen oder muss Echtgeld nachgezahlt werden, um den Bonus zu erhalten, ist äußerste Vorsicht geboten. Nicht immer sind illegale Absichten der Grund, allerdings deutet dies schon auf mangelnde Fairness gegenüber den Spielern hin.

4. Reputation

Das Internet reagiert schnell auf Betrüger, sodass sich bei unseriösen Anbietern innerhalb kürzester Zeit Warnungen finden lassen. Viele Online-Casino-Infoseiten und Foren veröffentlichen zudem schwarze Listen mit bekannten Betrügern. In jedem Fall sollte der Anbieter im Vorfeld mit Schlagworten wie „unseriös“, „Betrug“ oder „Abzocke“ gegoogelt werden. Finden sich hier Warnungen oder Foreneinträge, sollten sich User beim Online Casino nicht anmelden.

5. Rechtliches

Interessenten sollten sich vor der Anmeldung auch mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen befassen. Diese sollten auf jeden Fall ohne Anmeldung einsehbar sein. Zudem sollten sie im Optimalfall auf Deutsch vorliegen und in verständlicher Sprache geschrieben sein.

6. Auszahlungsquote

Die Auszahlungsquote gibt an, wie groß der Anteil am Umsatz ist, den das Online Casino seinen Kunden auszahlt. Er sollte mindestens 95 % betragen, damit von einem fairen Angebot gesprochen werden kann. Allerdings geben nicht alle Anbieter ihre Auszahlungsquote an. In der Regel haben sie dafür auch gute Gründe und bieten keine fairen Bedingungen. Wer die Auszahlungsquote des Online Casinos nicht herausfinden kann, sollte deswegen ebenfalls von einer Anmeldung absehen.


Bin ich spielsuchtgefährdet?

Der Übergang beim Glücksspiel zwischen problematischem und gefährlichem Verhalten ist fließend. Umso wichtiger ist es, das eigene Spielverhalten regelmäßig ehrlich zu überprüfen. Auf diese Weise lässt sich eine Sucht vermeiden, die dann wesentlich schwerer zu bekämpfen ist und dazu führt, dass Glücksspiel generell gemieden werden muss. So erkennen Sie, ob Sie bereits spielsuchtgefährdet sind:

  • Sie vernachlässigen Ihr soziales Umfeld aufgrund des Glücksspiels.
  • Beim Spielen überschreiten Sie die Grenzen, die Sie sich selbst gesetzt haben.
  • Sie überschreiten Ihren finanziellen Spielraum und leihen sich bei Freunden oder Familie Geld. Sie nehmen einen Kredit auf, um damit Glücksspiel zu finanzieren.
  • Sie leiden unter Stimmungsschwankungen und Verluste gehen Ihnen nicht aus dem Kopf.
  • Sie verharmlosen Ihr Spielverhalten vor Ihrem sozialen Umfeld und/oder geben Verluste geringer und Gewinne höher an.
  • Glücksspiel nimmt immer mehr Raum in Ihrem Privatleben ein und Sie denken auch dann daran, wenn Sie nicht spielen.
  • Mit dem Spielen aufzuhören wird für Sie immer problematischer.
  • Sie setzen mehr Geld als anfangs. Um beim Glücksspiel ähnlich viel Spaß wie zu Beginn zu haben, müssen Sie die Einsätze immer weiter erhöhen.
  • Wenn Sie verlieren, versuchen Sie den Verlust fast zwanghaft auszugleichen und erhöhen dafür Ihre Einsätze.
  • Sie suchen nach Strategien, wie Sie Ihren Gewinn erhöhen können.
  • Wenn Sie nicht spielen, sind sie gereizt oder unruhig.
  • Sie überlegen, auf illegalem Wege zu mehr Geld zu kommen.
  • Obwohl Ihnen bereits aufgefallen ist, dass Ihr Spielverhalten außer Kontrolle gerät, spielen Sie weiter.
  • Wenn Sie auf Ihr Spielverhalten angesprochen werden, reagieren Sie aggressiv.
  • Sie kommen Ihren Verpflichtungen nicht nach und vernachlässigen die Arbeit.
  • Sie leiden unter Schuldgefühlen im Zusammenhang mit Glücksspiel.
  • Sie schlafen schlechter und Ihre Gedanken kreisen auch nachts um das Spiel.

Falls nur einer dieser Punkte zutrifft, bewegen Sie sich bereits an der Schwelle zur Spielsucht. Häufig verläuft Spielsucht in drei Phasen: Zu Beginn spielt der Suchtgefährdete noch selten und empfindet beim Spielen Glücksgefühle. In der Verlustphase zeigen sich finanzielle und soziale Probleme, die aus dem Spielverhalten resultieren. In der Verzweiflungsphase sind Persönlichkeitsveränderungen, erhebliche finanzielle und soziale Probleme vorhanden.

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