Bin ich spielsuchtgefährdet?

Der Übergang beim Glücksspiel zwischen problematischem und gefährlichem Verhalten ist fließend. Umso wichtiger ist es, das eigene Spielverhalten regelmäßig ehrlich zu überprüfen. Auf diese Weise lässt sich eine Sucht vermeiden, die dann wesentlich schwerer zu bekämpfen ist und dazu führt, dass Glücksspiel generell gemieden werden muss. So erkennen Sie, ob Sie bereits spielsuchtgefährdet sind:

  • Sie vernachlässigen Ihr soziales Umfeld aufgrund des Glücksspiels.
  • Beim Spielen überschreiten Sie die Grenzen, die Sie sich selbst gesetzt haben.
  • Sie überschreiten Ihren finanziellen Spielraum und leihen sich bei Freunden oder Familie Geld. Sie nehmen einen Kredit auf, um damit Glücksspiel zu finanzieren.
  • Sie leiden unter Stimmungsschwankungen und Verluste gehen Ihnen nicht aus dem Kopf.
  • Sie verharmlosen Ihr Spielverhalten vor Ihrem sozialen Umfeld und/oder geben Verluste geringer und Gewinne höher an.
  • Glücksspiel nimmt immer mehr Raum in Ihrem Privatleben ein und Sie denken auch dann daran, wenn Sie nicht spielen.
  • Mit dem Spielen aufzuhören wird für Sie immer problematischer.
  • Sie setzen mehr Geld als anfangs. Um beim Glücksspiel ähnlich viel Spaß wie zu Beginn zu haben, müssen Sie die Einsätze immer weiter erhöhen.
  • Wenn Sie verlieren, versuchen Sie den Verlust fast zwanghaft auszugleichen und erhöhen dafür Ihre Einsätze.
  • Sie suchen nach Strategien, wie Sie Ihren Gewinn erhöhen können.
  • Wenn Sie nicht spielen, sind sie gereizt oder unruhig.
  • Sie überlegen, auf illegalem Wege zu mehr Geld zu kommen.
  • Obwohl Ihnen bereits aufgefallen ist, dass Ihr Spielverhalten außer Kontrolle gerät, spielen Sie weiter.
  • Wenn Sie auf Ihr Spielverhalten angesprochen werden, reagieren Sie aggressiv.
  • Sie kommen Ihren Verpflichtungen nicht nach und vernachlässigen die Arbeit.
  • Sie leiden unter Schuldgefühlen im Zusammenhang mit Glücksspiel.
  • Sie schlafen schlechter und Ihre Gedanken kreisen auch nachts um das Spiel.

Falls nur einer dieser Punkte zutrifft, bewegen Sie sich bereits an der Schwelle zur Spielsucht. Häufig verläuft Spielsucht in drei Phasen: Zu Beginn spielt der Suchtgefährdete noch selten und empfindet beim Spielen Glücksgefühle. In der Verlustphase zeigen sich finanzielle und soziale Probleme, die aus dem Spielverhalten resultieren. In der Verzweiflungsphase sind Persönlichkeitsveränderungen, erhebliche finanzielle und soziale Probleme vorhanden.

Reportage über Spielsucht

Was soll ich bei Spielsuchtgefahr tun?

Die einzige Möglichkeit, das Problem nicht ausufern zu lassen, ist eine strikte Beschränkung des Glücksspiels. Sie sollten für einige Wochen bis Monate überhaupt nicht spielen und sich stattdessen mit anderen Aktivitäten beschäftigen. Häufig erfüllt das Glücksspiel eine bestimmte Funktion wie Ablenkung oder Entspannung. Versuchen Sie herauszufinden, warum Sie spielen, und finden Sie eine Beschäftigung, die diese Funktion für Sie erfüllen kann. Auf diese Weise ist es gerade zu Beginn wesentlich leichter, eine Zeitlang auf das Glücksspiel zu verzichten. In jedem Fall sollten Sie Ihr Verhalten nicht bagatellisieren. Sollten tiefergehende Probleme hinter der Tendenz zum Glücksspiel liegen, können Psychologen oder Selbsthilfegruppen weiter helfen. Der Spieler sollte sich bewusst machen, dass seine Probleme nicht kleiner werden, wenn er zusätzlich spielsüchtig wird.

Falls ein Suchtgefährdeter weiterspielt, obwohl ihm aufgefallen oder gesagt worden ist, dass sein Spielverhalten problematische Züge annimmt, befindet er sich auf dem besten Weg in die Spielsucht. Eine frühe Korrektur des Spielverhaltens fällt vergleichsweise leicht und ermöglicht es, das Glücksspiel zum Spaß zu einem späteren Zeitpunkt weiter fortzusetzen.